23.01.2017 - 15:43 Uhr | Quelle: tm | Autor: JAl | Seite: 1

Trainer Oliver Zapel im Interview: „Ich bin in meinem Entwicklungsprozess noch lange nicht am Ende“

- Im Sommer 2016 hat Oliver Zapel (Foto) das Traineramt beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach übernommen. Wir haben mit dem ehemaligen Hamburger Amateurfußballer über seine erste Station im Profi-Bereich, die Marktwerte seiner Spieler und das "Trainer-Domino" von Wedel bis Schalke. Außerdem erzählt Zapel von seiner Entwicklung und verrät warum er in seiner Karriere noch eine offene Rechnung zu begleichen hatte.

Herr Zapel, zur Winterpause stehen Sie mit der SG Sonnenhof Großaspach auf dem siebten Platz in der 3.Liga. Sind Sie mit der Ausbeute zufrieden?
Oliver Zapel: Wir sind begeistert. Das ist eine Platzierung, mit der wir nicht in unseren kühnsten Träumen gerechnet hätten. Wir hatten vor der Saison eine große Herausforderung zu stemmen mit vielen Abgängen und Umbrüchen auf jeder Ebene. Und dass das neue System so schnell greifen würde, konnte man einfach nicht erwarten. Platz sieben ist für uns eine Sensation zur Winterpause.

Im Sommer wurde der Klassenerhalt als Ziel herausgegeben. Jetzt beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang zum Aufstieg in die 2.Liga aber nur vier Punkte. Zeit für eine Kurskorrektur?
Zapel: Nein, wir werden da niemals auch nur einen Zentimeter von abweichen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass es immer eine gefährliche Abwärtsspirale geben könnte, sodass dieses Acht-Punkte-Polster, was wir momentan nach unten haben, auch schnell aufgebraucht sein kann. Von daher werden wir versuchen, die 17, 18 Punkte, die uns zum Klassenerhalt noch fehlen, so schnell wie möglich zu holen. Das wird noch ein hartes Stück Arbeit und ein ganz langer Weg. Das ist jedem einzelnen im Verein aber auch bewusst.

Wäre der Verein denn überhaupt schon reif für die 2.Bundesliga?
Zapel: Wir haben als familiärer Dorfklub in ganz vielen Bereichen Herausforderungen zu meistern, die kein anderer Drittligist zu bewältigen hat. Unsere Aufgabe ist es deshalb, uns in der 3. Liga zu etablieren. Jetzt über die 2.Liga zu spekulieren, wäre absurd und würde auch nicht zu uns passen.

Mit einem Gesamtmarktwert von 4,73 Millionen Euro liegt Großaspach im Drittliga-Vergleich auf Rang 17. Heißt das, Ihre Mannschaft spielt über den Verhältnissen?
Zapel: Ich würde den Marktwert eines Spielers nicht gleichsetzen mit seinem Leistungsvermögen. Und es ist auch nicht so, dass wir über unseren Verhältnissen gespielt haben. Wir sind in jedem Spiel an unser Limit gegangen und manchmal sogar darüber hinaus. Für jeden Punkt haben wir extrem viel investiert – und das werden wir auch weiterhin tun.

Welche Rolle spielen die Marktwerte für die einzelnen Akteure in Ihrem Team? Ist das ein Thema in der Kabine?
Zapel: Nein, damit setzen sich unsere Spieler nicht auseinander. Vielleicht foppen sie sich manchmal ein bisschen oder ziehen sich daran hoch. Das will ich nicht ausschließen. Aber im Endeffekt sind wir jetzt nicht so entspannt, dass wir uns mit den Marktwerten der einzelnen Protagonisten auseinander setzen können. Unser Augenmerk liegt darin, darauf zu achten, dass wir wir mit dem gesamten Team und damit auch mit jedem einzelnen Spieler unsere gesteckten Ziele erreichen. Und da sind wir auf einem guten Weg.
... um weiter zu lesen, auf die nächste Seite blättern
1 2 3